Lebensmut
Zukunftsangst: warum sie Sie blockiert
Zukunftsangst überwinden - Zuversicht gewinnen
Wie sich Ängste im Laufe des Lebens verändern
Wie entwickeln sich Ängste im Laufe des Lebens? In einer Studie haben Wissenschaftler zu dieser Frage die Daten der langfristig angelegten LIFE Adult-Studie der Uniklinik Mainz ausgewertet. Ihr Ergebnis: Die Angst nimmt mit dem Lebensalter zu - und sie verändert sich im Laufe der Jahrzehnte. Ab 50 entwickeln sich bei vielen Menschen offenbar Zukunftsängste.
Vor diesen Dingen sorgen sich viele Menschen ab 50:
- Sorge, ob man zukünftig seine Lebenshaltungskosten bezahlen kann
- Angst vor gesundheitlichen Einschränkungen oder Krankheiten wie Demenz
- Befürchtung, im Alter die Autonomie über sein Leben zu verlieren
- Furcht davor, zu einem Pflegefall zu werden
Meist gibt es für solche Ängste keinen konkreten Anlass. Warum sie dann so häufig vorkommen? Dafür sind zwei Dinge entscheidend: Zum einen die Umstellung auf eine neue Lebensphase. Viele Menschen verunsichert das. Zum anderen die Tatsache, dass die Zeit spürbar schneller vergeht. Man spürt die eigene Endlichkeit.
Der richtige Umgang mit dieser Situation ist jetzt entscheidend.
Zukunft und Endlichkeit sind existentielle Schlüsselfragen unseres Lebens
Das Hauptproblem: Die Unsicherheit und die abstrakte Zukunftsangst können zu einer inneren Blockade führen. Wer Angst vor der Zukunft hat, schreckt davor zurück, sich einer neuen Zukunft aktiv zuzuwenden. Man ist paralysiert wie das Kaninchen vor der Schlange.
Glücklicherweise gibt es Dinge, mit denen man diese Blockade überwinden kann. Die vielleicht wichtigste davon ist ein Perspektivenwechsel. Die Zeit wird wertvoller. Denken Sie nicht so viel über die Zukunft nach, verdrängen Sie sie aber auch nicht.
Der schwedische Philosoph Martin Hägglund hat das erkannt. In seinem Buch «Dieses eine Leben» spricht er sich dafür aus, dass wir uns der grössten Angst stellen. Wenn wir die eigene Endlichkeit erkennen, wird jeder gelebte Moment zum kostbaren Augenblick.
Seine Ansage: Wir können nicht in einer jenseitigen Zukunft, sondern nur im Hier und Jetzt etwas an den Dingen ändern. Aber es ist eine ganze Menge, die wir in unserem Leben jeden Tag ändern können. Und wir können den Tag so gestalten, dass wir unser Leben zu einer wertvollen Zeit machen und anders in die Zukunft blicken. Knüpfen Sie daran an.
Mit diesen Tipps wechseln Sie zu einem neuen Blick auf die Zukunft:
- Kreative Hobbys wie Fotografie fassen Gefühle in ein Bild und lösen innere Blockaden
- Garten- und Balkonbepflanzung führen vor Augen, wie jedes Jahr etwas Neues wächst
- Planen Sie ein kleines Projekt, durch das Sie sich auf die Zukunft freuen können
- Notieren Sie Zukunftspläne in einem Journal und sehen Sie, wie diese Form annehmen
- Schaffen Sie sich einen Lieblingsort, eine kleine Entspannungsinsel in Ihrer Wohnung
Wer sich seiner Zukunftsangst stellt, findet einen neuen Umgang damit
Dass Ängste gelegentlich wieder auftauchen, ist normal. Üben Sie sich im Umgang damit. Unternehmen Sie etwas, um die Sorgen aus dem Kopf herauszubekommen. Ein Gespräch mit Freunden kann helfen. Oder sie versuchen sich am Schreiben eines kleinen Journals oder Tagebuchs.
Sie werden erkennen, dass dieser Prozess dazu führt, dass Sie die Angstgedanken sprichwörtlich aus dem Kopf herausschreiben und auf das Papier bannen.
Benennen Sie die Punkte konkret. Das gibt Ihnen die Möglichkeit, klare Antworten zu finden und über Ihre Gefühle zu sprechen. Oft werden Sie ein paar Tage später erkennen, dass Ihre Zukunftsangst unbegründet ist. Wenn Sie sich Ängsten stellen, werden Sie feststellen, dass die Probleme doch kleiner sind, als zunächst gedacht.
Ihnen schwirren weiter negative Gedanken durch den Kopf? Hier könnten Sie sehr gut ein therapeutisches Angebot oder Coaching nutzen. Schrecken Sie davon nicht zurück - Hilfe anzunehmen ist keine Schwäche, sondern eine Stärke! Gesprächsangebote wie diese begleiten Sie professionell durch Ihre Lebenssituation. Und sie können Ihnen nützliche Techniken zum Umgang mit Ängsten an die Hand geben.
Diese Dinge können beim Bewältigen kurzfristiger Angstmomente helfen:
- autogenes Training und ähnliche Techniken
- Wellnessanwendungen zur Entspannung
- Spaziergänge mit einem lieben Menschen
- Klopfakupressur, Massagen oder Akupunktur
Schulen Sie Ihre Glückswahrnehmung für eine neue Zuversicht
Achten sollten Sie ausserdem auf eine weitere Sache. Notieren Sie nicht allein die Zukunftsangst. Halten Sie auch die schönen Dinge fest. Schulen Sie Ihre Wahrnehmung für die glücklichen Dinge des Alltags. Machen Sie es sich zur Aufgabe, täglich mindestens eine schöne Sache zu finden. Notieren Sie diese im Kalender oder denken Sie vor dem Einschlafen daran.
Sie werden schon bald erkennen, dass Ihnen plötzlich viel leichter schöne Dinge auffallen. Stärken Sie Ihre Fähigkeit zur Glückswahrnehmung. Im Spiegel einer solchen Erfahrung wird sich auch Ihre Erwartung an die Zukunft verändern. Abstrakte Zukunftsangst nimmt ab. Und Sie finden Ideen, wie Sie sich schöne Momente in der Zukunft erobern können.
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