Sexpertin
Kein Geschlechtsverkehr am Abend, sagt Dr. Ruth
Sexualität bleibt für viele Menschen auch im höheren Alter ein wichtiger Bestandteil von Lebensqualität, Nähe und Partnerschaft. Gleichzeitig verändern sich Bedürfnisse, Energielevel und körperliche Abläufe im Laufe des Lebens. Die bekannte Sexualtherapeutin Dr. Ruth Westheimer vertrat unter anderem die Ansicht, dass Geschlechtsverkehr nicht unbedingt am Abend stattfinden sollte. Tatsächlich beschäftigen sich immer mehr Experten mit der Frage, wie Tageszeit, Schlaf und körperliche Fitness Intimität beeinflussen können. Entscheidend bleibt dabei vor allem, was beiden Partnern guttut und zur eigenen Lebensweise passt.
Warum der Abend nicht immer ideal ist
Viele Paare erleben Intimität traditionell am Abend – oft kurz vor dem Schlafengehen. Doch genau dann fühlen sich viele Menschen nach einem langen Tag bereits erschöpft oder gestresst.
Besonders ab 50 verändert sich der Energiehaushalt häufig spürbar. Müdigkeit, Schlafprobleme oder körperliche Beschwerden beeinflussen Lust und Entspannung stärker als früher.
Dadurch entsteht manchmal zusätzlicher Druck innerhalb der Partnerschaft, obwohl fehlende Energie oft nichts mit mangelnder Zuneigung zu tun hat.
Morgens oder tagsüber fühlen sich viele fitter
Manche Experten empfehlen deshalb, intime Momente bewusst auf andere Tageszeiten zu verlegen. Morgens oder tagsüber fühlen sich viele Menschen körperlich und mental ausgeglichener.
Der Körper ist oft ausgeruhter, Stress geringer und die Aufmerksamkeit stärker auf den Partner gerichtet. Gerade Paare im höheren Alter berichten häufig, dass sie intime Nähe entspannter genießen können, wenn sie sich nicht völlig erschöpft fühlen.
Wichtig bleibt dabei jedoch immer die individuelle Situation. Jeder Mensch erlebt Energie, Lust und Bedürfnisse unterschiedlich.
Kommunikation stärkt die Partnerschaft
Einer der wichtigsten Faktoren für erfüllte Sexualität bleibt offene Kommunikation. Viele Paare sprechen zu wenig über Wünsche, Bedürfnisse oder Veränderungen im Laufe der Jahre.
Gerade im Alter verändern sich Körper, Hormonhaushalt und persönliche Prioritäten. Wer offen miteinander spricht, verhindert Missverständnisse und reduziert unnötigen Druck.
Auch Zärtlichkeit, Nähe und gemeinsame Zeit spielen eine wichtige Rolle – nicht nur Geschlechtsverkehr allein.
Sexualität beeinflusst Gesundheit und Wohlbefinden
Studien zeigen immer wieder, dass erfüllte Partnerschaft und körperliche Nähe positive Auswirkungen auf Wohlbefinden und mentale Gesundheit haben können.
Intimität fördert Entspannung, stärkt emotionale Bindung und kann Stress reduzieren. Gleichzeitig wirkt sich ein positives Körpergefühl häufig auch auf Selbstvertrauen und Lebensfreude aus.
Besonders ab 50 erkennen viele Menschen, dass Sexualität weniger von Perfektion als von Vertrauen, Nähe und gegenseitigem Verständnis lebt.
Druck und Erwartungen vermeiden
Viele gesellschaftliche Vorstellungen rund um Sexualität erzeugen unnötigen Leistungsdruck. Dabei gibt es keinen „richtigen“ Zeitpunkt oder festen Ablauf für intime Beziehungen.
Entscheidend ist vielmehr, dass beide Partner sich wohlfühlen und gemeinsame Nähe genießen können – unabhängig von Uhrzeit oder Erwartungen anderer.
Fazit
Ob Geschlechtsverkehr am Abend sinnvoll ist, hängt stark von individuellen Bedürfnissen und Lebensgewohnheiten ab. Viele Menschen fühlen sich morgens oder tagsüber entspannter und energiegeladener als spät am Abend. Wichtig bleiben offene Kommunikation, gegenseitiges Verständnis und ein entspannter Umgang mit Sexualität. Wer Druck reduziert und bewusst auf gemeinsame Nähe achtet, stärkt Partnerschaft, Wohlbefinden und Lebensqualität langfristig.
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