Tricks gegen die Lebensmittelverschwendung

Tricks gegen die Lebensmittelverschwendung
Wie kann ich als Verbraucher dem Überfluss entgegenwirken? (Bild iStock)
Lebensmittelverschwendung trägt zur Umwelt- und Klimazerstörung bei - Sie können Food Waste reduzieren, indem sie schlauer einkaufen.

Frisch kochen mit ausgefallenen Zutaten nach Hausmacherart oder Trendrezepten macht Spass und sorgt für eine gesunde Ernährung. Doch je bunter und vielfältiger wir uns ernähren, desto häufiger verdirbt auch einmal der Rest einer Zutat oder eine eingetupperte Mahlzeit. So vermeiden Sie Food Waste und kaufen nach Plan ein.

Wie kann ich als Verbraucher dem Überfluss entgegenwirken?

Food Waste ist ein Problem, das vor allem die Supermärkte betrifft. Bis zu 88 Millionen Tonnen ungekaufter Produkte landen in der EU jedes Jahr im Müll. Werden sie, was vielerorts gängige Praxis ist, in ihrer Plastikverpackung entsorgt, können weder Kunststoff noch Inhalt genutzt werden. Die Lebensmittel landen im Restmüll. Die persönliche Verantwortung für die Reduzierung von Lebensmittelverschwendung beginnt für Verbraucher daher bei der Auswahl des Marktes. Brot, Fleisch, Gemüse und Obst können auch aus kleinen Läden oder vom Markt bezogen werden.

Lassen Sie Ihren Markt zudem wissen, dass Sie gern eine Ecke für reduzierte Produkte nahe des Mindesthaltbarkeitsdatums hätten. Was oft in dieser Ecke landet, wird dann von gut planenden Märkten auch seltener eingekauft. Beim Einkauf finden Sie so reduzierte Produkte, die schnell verbraucht werden müssen, und können sich bewusst dafür entscheiden. Der Markt spart Entsorgungskosten. Das MHD gibt ein Mindestdatum an, zu dem das Produkt problemlos verzehrbar ist. Ausser frischem Fleisch und Fisch in allen Verarbeitungsformen sind alle Produkte deutlich länger haltbar als diese Angabe ausweist.

So lange sind Lebensmittel ungeöffnet haltbar:

  • Mehl (grob): über 1 Jahr
  • Müsli: bis 6 Monate nach MHD
  • Mineralwasser: in Glasflaschen nahezu unbegrenzt
  • Säfte (Tetrapack): bis 8 Monate nach MHD
  • Wein (günstig): rund 10 Jahre
  • H-Milch: bis 2 Monate nach MHD
  • Käse: mehrere Wochen nach MHD
  • Joghurt: bis 2 Wochen nach MHD

(Quelle: www.infranken.de)

Wie organisiere ich meinen Einkauf noch besser?

Durch intelligentes Planen von Einkauf und Kochaktivitäten lässt sich die Lebensmittelverschwendung reduzieren. Nutzen Sie eine App, in der sich Listen anlegen lassen und vermerken Sie immer dann ein Lebensmittel, das Sie nachkaufen möchten, wenn es alle geworden ist oder Sie mehr davon benötigen. Löschen Sie die Artikel nach dem Einkauf von der Liste. So vermeiden Sie, dass sich beispielsweise eine grosse Menge an Reis, Mehl, Fertigmischungen oder Hülsenfrüchten in der Vorratskammer ansammelt. Die Devise lautet, nach Mass einkaufen statt im Überfluss.

Planen Sie im Voraus, welche Gerichte Sie in der Woche des Einkaufs kochen möchten. Denken Sie dabei auch an Frühstück, kalte Snacks, Gemüse und Obst. Brot sollte etwa alle 3 Tage frisch eingekauft werden. Ist das nicht möglich, frieren Sie einen zusätzlichen Laib für später ein.

Wie lässt sich aus Abfällen eine Bouillon kochen?

Wer regelmässig frisch und mit viel Gemüse kocht, kennt das Problem der massenhaft anfallenden Schalen und Abschnitte. Viele Gemüsearten reduzieren sich auf lediglich die Hälfte ihres Gewichtes, wenn Strunk, Gehäuse, Kerne und Schalen entfernt sind. Gärtner wissen, dass Komposthaufen dazu einladen, diese Abfälle schneller wegzuwerfen, denn sie werden ja zu guter Erde. Noch besser wäre es allerdings, wenn Sie die Rester selbst verarbeiten könnten.

Sammeln Sie dazu alle nicht verdorbenen Abschnitte und Schalen in einer grossen Tüte oder Box, die Sie nach dem Kochen im Tiefkühlfach verstauen. Alle neuen Reste kommen einfach hinzu, wenn sie anfallen. Achten Sie darauf, nicht zu viele Kartoffelschalen und grünes Gemüse wie Salat in die Sammlung zu geben. Ist die Packung voll, kochen Sie alle Reste, die perfekt erhalten geblieben sind, zu einer deftigen Gemüsebrühe aus und giessen Sie diese durch ein Sieb ab. In Gläser eingemacht hält sich die Suppenbasis viele Wochen. Die ausgekochten Reste können dann bedenkenlos kompostiert werden.

Wie kann ich Lebensmittel in meiner Stadt retten?

Food Sharing ist nicht nur ein Trend, sondern trägt auch zur Reduzierung von Food Waste bei. Zahlreiche Communities bieten online die Möglichkeit, anderen Menschen Reste anzubieten. Darunter sind Gärtner mit zu viel Obst und Gemüse, Singles die zu grosse Packungen gekauft haben, aber auch Restaurants. So ermöglicht beispielsweise die kostenfreie App "Too Good To Go", gegen einen kleinen Betrag gemischte Speisen und Lebensmittel frisch aus der Küche der Restaurants, Bäcker und Bistros abzuholen zum Ladenschluss oder in der nachmittäglichen Pause.

Das Projekt Mundraub.org lässt Stadtbewohner ausserdem einsehen, wo in ihrer Nähe Obstbäume und Büsche wild wachsen oder weit über Zäune und Mauern hängen. Wilde Tiere interessieren sich nur in geringen Mengen für Äpfel, Birnen, Pflaumen oder Brombeeren. Für Sammelwillige gibt es hier kostenloses Obst im Überfluss!