So geht basische Ernährung wirklich

So geht basische Ernährung wirklich
(Bild iStock)
Die basische Ernährung bringt einige Vorteile und hilft beim Abnehmen. Doch wie funktioniert sie wirklich und was sind lediglich hartnäckige Mythen?

Vorurteile gegenüber der basischen Ernährung 

Einige sind von der Ernährungsform überzeugt oder legen zumindest regelmässig ein Basenfasten ein, andere haben hingegen Vorurteile gegenüber dem Konzept und sehen darin sogar Risiken. Zu einem Teil liegt dies an Irrglauben, die sich hartnäckig halten. Zu einem anderen an fehlendem Wissen rund um das basenbetonte Essen. 

Einige davon haben Sie mit Sicherheit bereits gehört.

1. Saure Früchte sind verboten 

Nein, Zitrone und Co. schmecken zwar sauer, sind jedoch basenbildend. Auf Zitrusfrüchte und anderes Obst müssen Sie also nicht verzichten.

2. Beim Basenfasten droht Eiweissmangel

Nach wie vor werden vor allem in der westlichen Welt viele tierische Produkte verspeist. Fisch, Fleisch, Eier und Milchprodukte stehen bei den meisten täglich auf dem Speiseplan. Daher ist das häufigste Problem kein Eiweissmangel, sondern ein Überschuss. Bei der Umstellung auf basische Lebensmittel wird die aufgenommene Menge tatsächlich verringert. Allerdings kann der Körper das Eiweiss besser verwerten. 

Zudem finden sich durchaus pflanzliche Eiweissquellen mit einem basischen Charakter. Hülsenfrüchte sind zwar tabu oder sollten ebenso wie Fleisch, Fisch und andere tierische Lebensmittel nur selten verzehrt werden, die folgenden sind jedoch sowohl basisch als auch eiweissreich: 

  • Kartoffeln und Süsskartoffeln
  • Kresse 
  • Salat
  • Keimlinge
  • Spinat
  • Champignons und andere Pilze 
  • grüne Bohnen 
  • Nüsse, Samen und Kerne 

Bei der richtigen Zusammenstellung und einer ausgewogenen Ernährung droht kein Mangel. 

3. Auf tierische Produkte muss vollkommen verzichtet werden

Nein, das ist nicht notwendig. Obwohl viele davon abgeschreckt werden, da sie meinen die basische Ernährungsform sei eine zu grosse Einschränkung, muss sie das nicht sein. Essen Sie ruhig weiterhin einmal wöchentlich Fisch oder gönnen Sie sich hin und wieder ein Ei, Linseneintopf oder ein Steak. Gerade bei einer langfristigen Umstellung geht es nicht darum, ständig zu verzichten. Stattdessen soll Ihr Bewusstsein für die Auswirkungen des Essens wachsen. 

Wenn Sie tierische Produkte essen, dann in gemässigten Mengen und mit einer grosszügigen Portion basischer Lebensmittel. Nimmt Grün auf dem Teller den meisten Platz ein, hat zumindest ein leichter Ausgleich stattgefunden. 

4. Gemüse und Obst darf nur roh gegessen werden

Es stimmt zwar in den meisten Fällen, dass rohes Obst und Gemüse die grössten Mengen an Nährstoffen enthält. Allerdings sind schonend gegarte Varianten deswegen nicht direkt ungesund oder sauer. Solange sie dampfgegart werden oder das Kochwasser ebenfalls zum Einsatz kommt, müssen Sie also nicht vollständig auf Rohkost umsteigen. 

4. Sich basisch zu ernähren ist schwierig 

Auch hier gilt wieder: Falsch! Ein auf basische Lebensmittel konzentrierte Ernährungsform kann ganz einfach sein, wenn sie richtig angegangen wird. Leider sehen es viele Menschen aber zu verbissen und begehen dabei einen typischen Fehler, auf den wir im Folgenden eingehen.

Ernährungsumstellung - Schritt für Schritt

Ob Sie eine Diät machen wollen, um gezielt Gewicht zu verlieren oder sich einfach gesünder ernähren möchten - ein häufiges Problem ist, das zu viel zu schnell geändert wird. Geschmacksnerven und Verdauung benötigen Zeit, um sich auf den Wechsel einzustellen. Gewohnheiten ändern sich noch langsamer. 

Wer von heute auf morgen alles aufgibt, was bisher zu den Lieblingsspeisen gehörte und noch keinen Geschmack an basischen Gerichten findet, stellt damit seine Willenskraft und das Durchhaltevermögen auf eine mehr als harte Probe. Daher überrascht es auch nicht, dass viele eine Diät nicht durchhalten oder schlechte Laune und Heisshunger bekommen. Deutlich sinnvoller und erfolgsversprechender ist es hingegen, Schritt für Schritt vorzugehen. 

Ändern Sie zunächst eine einzelne Mahlzeit oder Zwischenmahlzeit. Ideal ist es, wenn Sie dafür die Mahlzeit wählen, zu der Sie am wenigsten Hunger haben. Haben Sie morgens keinen grossen Appetit oder essen Sie zwischendurch einen Joghurt oder Pudding? Dann tauschen Sie die tierische Variante gegen einen Chia-Pudding aus. Knabbern Sie am Abend gerne etwas? Wie wäre es dann mit Gemüsesticks samt Avocado-Dip, Nüssen und Kernen? 

Sobald Ihnen diese erste Änderung leichtfällt und zur Gewohnheit geworden ist, können Sie sich den nächsten Schritt aussuchen. Möchten Sie beispielsweise von Kaffee, schwarzem Tee und Softdrinks auf basische Getränke umsteigen oder von nun an basisch zu Abend essen? Ist der Anfang gemacht, benötigen Sie dafür deutlich weniger Überwindung. Die Umstellung dauert dann zwar länger, ist jedoch nachhaltig. 

Und keine Sorge: Bereits die ersten kleinen Änderungen können zum anhaltenden Abnehmen führen - in einem gesunden Tempo und ohne ständiges Hungergefühl. Hinzu kommt, dass der Abbau einer Übersäuerung nach und nach mehr Energie gibt. Dadurch wird ein aktiveres Leben und somit das Verbrennen von mehr Kalorien möglich.

Verzichten Sie also auf eine Hauruck-Aktion, die unnötig schwerfällt und dadurch oftmals zum Scheitern verurteilt ist. Stellen Sie sich lieber langsam um und gehen Sie heute den ersten Schritt. Dadurch kommen Sie weiter.