Privatsphäre im Zug - so reisen Sie entspannter

Privatsphäre im Zug - so reisen Sie entspannter
Warum gibt es immer weniger Abteilwagons? (Bild Alexander Popov on Unsplash)
Die Privatsphäre im Zug ist seit dem Einsatz von Grossraumwagons nicht so einfach zu bewahren. Hier ein paar Tipps für eine entspanntere Zugreise.

Nicht erst seit Corona, sondern auch wegen der zunehmenden Klimakrise steigen immer mehr Menschen auf die Bahn um. Denn Zugfahren ist klimafreundlich, günstig, weit unkomplizierter als Fliegen und überaus entspannend im Vergleich zur Fahrt mit dem Auto. Während früher vorwiegend Abteilwagons zum Einsatz kamen, wo Sie sich einfach zurückziehen und die Türe schliessen konnten, findet die Zugreise heute vornehmlich im Grossraumwagon statt. Das bedeutet, die Gespräche der Nachbarn und das Geschrei von Kindern mitzubekommen. Auf übervollen Strecken können Sie dann nicht einmal mehr den Nebensitz mit Ihrem Handgepäck blockieren, um sich so ein wenig Privatsphäre im Zug zu sichern. Dann müssen Sie sich anderer Hilfsmittel bedienen, um die Zugreise zu geniessen!

Fahren Sie wenn möglich mit dem Nachtzug

Klar, Nachtzüge benötigt man für gewöhnlich nur auf Langstrecken. Wenn Sie solch eine Zugreise planen, reservieren Sie sich ein Liege- oder Schlafabteil. Im Schlafabteil haben Sie richtige Betten, die zwar etwas schmäler als normale Betten sind, jedoch ganz gute Dienste für eine Nacht leisten. Zudem finden Sie im Abteil oftmals ein eigenes Waschbecken vor, sodass Sie es kaum noch verlassen müssen. In der Früh gibt es ausserdem ein Frühstück vom Schaffner serviert, das Sie ebenfalls ganz ungestört zu sich nehmen können, während Sie den Blick in die Ferne schweifen lassen. Privater reisen im Zug geht fast nicht mehr!

Nachtzüge finden Sie beispielsweise mit diesen Linien:

  • Trenitalia - für Strecken zwischen Italien, Deutschland und Österreich
  • ÖBB - für Strecken zwischen Österreich, Deutschland, Italien und der Schweiz
  • SBB-Nachtzüge fahren ab Dezember 2021 nach Amsterdam

Suchen Sie den Ruhebereich auf

Falls Sie tagsüber eine Zugreise unternehmen und sich etwas Privatsphäre bewahren möchten, ist das Ruheabteil eine gute Wahl. Im Ruhebereich sind Telefonate, lautes Musikhören und anderes Lärmen nicht erlaubt. Hält sich ein Mitreisender nicht daran, kann er durchaus vom Bahnpersonal aus dem Zug verwiesen werden. Geräusche von Kindern im Ruhebereich sind jedoch von den Regeln ausgenommen und müssen toleriert werden.

-So erkennen Sie den Ruhebereich in der Deutschen Bahn:
Die Wagons mit den Ruhebereichen sind durch zwei Piktogramme gekennzeichnet. Auf dem einen können Sie einen Zeigefinger auf Lippen erkennen, auf dem anderen ein durchgestrichenes Handy. Ruhebereiche finden Sie in allen Intercityexpress- und Intercity-Zügen. Sie können bereits bei der Buchung des Tickets einen Platz im Ruhebereich reservieren.

- Die Ruhebereiche in der SBB:
In der SBB werden Ihnen Ruhebereiche in der 1. Klasse angeboten. Hier ist lautes Reden, Telefonieren und Hören von Musik und Videos ebenfalls verboten.

Wie Sie sich in einem vollen Zugabteil Ihre Privatsphäre sichern

Im normalen Zugabteil, das vielleicht schon übervoll mit Passagieren ist, kann das Reisen besonders anstrengend sein. Viele Menschen auf kleinem Raum wollen sich die Zeit mit Telefonaten, Filmen auf dem Smartphone und Diskussionen vertreiben. Da hilft nur eines: reisen Sie niemals ohne Kopfhörer und einer guten Auswahl an entspannender Musik! Ohrstöpsel reichen natürlich schon aus. Aber noch mehr können Sie sich von Ihrer Umwelt abkapseln, wenn Sie ein Ohren-füllendes Headset benutzen. Einfach Vogelgezwitscher oder eine Sonate von Bach aufdrehen und schon können Sie die Landschaft und die Ruhe ungestört geniessen!

Noch ein Tipp für Laptop-Nutzer: Falls Sie nicht möchten, dass Ihr Sitznachbar einen Blick auf Ihren Bildschirm erhascht, besorgen Sie sich eine Blickschutzfolie.

Wie sorgt die Bahn für Ihre Privatsphäre im Internet?

In Zügen wird häufig WLAN angeboten. Eingeloggte Nutzer geben dabei oftmals private Informationen preis. Die Deutsche Bahn zum Beispiels steht in Verruf, die WLAN-Technik nicht im Sinne der Privatsphäre ihrer Kunden zu offerieren. Hier ist Vorsicht geboten!

Was ist der Unterschied zwischen Liegewagen und Schlafwagen?

Der Liegewagen ist die günstigere Variante im Nachzug zu reisen. Der Liegekomfort ist meistens geringer und Sie müssen sich ein Abteil mit fremden Reisenden teilen. Im Schlafwagen ist der Komfort höher. Oft gibt es ein eigenes Waschbecken und manchmal sogar eine eigene Toilette im Abteil. Dafür bezahlt man einen höheren Zuschlag.

Warum gibt es immer weniger Abteilwagons?

Der Seitengangwagen oder Abteilwagon stammt ursprünglich von den ersten Eisenbahnwagen ab, die als kuppelbare Kutschen auf Schienen fuhren. Bis in die 1990er-Jahre waren diese nicht nur in der Schweiz, sondern in ganz Europa vertreten. Grund für die zunehmend verschwindenden Abteilwagons ist wahrscheinlich ein Effizienzgedanke, da man in einen Grossraumwagon einfach mehr Menschen unterbringt.