Liebe zum Duschen/kratzige Haut

Für viele Menschen gehört Duschen ganz selbstverständlich zum Alltag. Morgens sorgt die warme Dusche für einen frischen Start in den Tag.
Liebe zum Duschen/kratzige Haut
Trockene Haut nach dem Duschen pflegen (Bild: iStock)

Gerade in Österreich, wo Sport, Wandern, Gartenarbeit oder Wintersport für viele zum Lebensstil gehören, wird oft sogar mehrmals täglich geduscht. Doch was viele unterschätzen: Zu häufiges oder falsches Duschen kann der Haut erheblich schaden.

Besonders ab dem 50. Lebensjahr reagieren viele Menschen empfindlicher auf Wasser, Seifen oder trockene Raumluft. Die Folge ist oft unangenehm trockene oder sogar juckende Haut. Viele Betroffene beschreiben das Gefühl als „kratzige Haut“, die spannt, schuppt oder ständig gereizt wirkt.

Dabei entsteht schnell ein Teufelskreis. Wer trockene Haut hat, duscht oft noch häufiger, um sich frischer zu fühlen oder Juckreiz zu lindern. Genau das kann die Beschwerden jedoch zusätzlich verstärken. Denn unsere Haut besitzt einen natürlichen Schutzfilm, der durch häufiges Duschen zunehmend belastet wird.

Die Haut schützt den Körper

Die Haut ist weit mehr als nur eine äußere Hülle. Sie schützt den Körper vor Umwelteinflüssen, reguliert Temperatur und verhindert das Eindringen von Keimen. Gleichzeitig sorgt sie dafür, dass Feuchtigkeit im Körper gespeichert bleibt.

Damit diese Schutzfunktion funktioniert, produziert die Haut natürliche Fette. Genau diese werden jedoch beim Duschen teilweise entfernt – besonders dann, wenn heißes Wasser oder aggressive Duschprodukte verwendet werden.

Mit zunehmendem Alter verändert sich die Haut zusätzlich:

  • Sie produziert weniger Fett
  • Die Regeneration verlangsamt sich
  • Feuchtigkeit geht schneller verloren
  • Die Haut wird dünner und empfindlicher

Deshalb leiden ältere Menschen besonders häufig unter trockener, juckender Haut.

Zu heißes Wasser belastet die Haut

Gerade im Winter lieben viele Menschen lange, heiße Duschen. Nach einem Spaziergang im Schnee oder einem kalten Tag wirkt warmes Wasser besonders angenehm. Für die Haut bedeutet große Hitze allerdings Stress.

Heißes Wasser löst den natürlichen Fettfilm deutlich stärker als lauwarmes Wasser. Dadurch trocknet die Haut schneller aus und verliert ihre Schutzfunktion.

Typische Folgen sind:

  • Spannungsgefühl
  • Juckreiz
  • Schuppenbildung
  • gerötete Haut
  • kleine Risse oder Reizungen

Besonders betroffen sind oft Beine, Arme und Rücken. Viele Menschen bemerken die Beschwerden vor allem nach dem Duschen oder nachts im Bett.

Duschgel ist nicht immer harmlos

Auch die Wahl des Duschprodukts spielt eine wichtige Rolle. Viele stark parfümierte oder schäumende Produkte enthalten Stoffe, die die Haut zusätzlich reizen können.

Gerade Menschen mit empfindlicher Haut reagieren häufig auf:

  • intensive Duftstoffe
  • Alkohol
  • aggressive Tenside
  • antibakterielle Zusätze
  • stark entfettende Produkte

Besonders problematisch wird es, wenn mehrere Produkte gleichzeitig verwendet werden – etwa Duschgel, Peeling, Shampoo und stark parfümierte Bodylotions.

Viele Dermatologen in Österreich empfehlen deshalb möglichst milde und pH-neutrale Produkte. Weniger ist oft mehr.

Häufiges Duschen trocknet zusätzlich aus

Viele Menschen duschen aus Gewohnheit täglich oder sogar mehrmals am Tag. Medizinisch notwendig ist das in den meisten Fällen allerdings nicht.

Gerade im Ruhestand oder bei wenig körperlicher Belastung reicht oft auch eine kürzere oder weniger intensive Reinigung. Zu häufiges Duschen schwächt langfristig die natürliche Hautbarriere.

Besonders problematisch wird es bei:

  • langen Duschen
  • sehr heißem Wasser
  • täglichem Einseifen des gesamten Körpers
  • häufigem Haarewaschen
  • trockener Heizungsluft im Winter

Viele Menschen merken gar nicht, dass ihre Haut durch kleine Gewohnheiten ständig belastet wird.

Der Winter verschärft die Beschwerden

In Österreich treten Hautprobleme besonders häufig während der kalten Jahreszeit auf. Die Kombination aus trockener Heizungsluft, Kälte und heißem Duschen setzt der Haut stark zu.

Im Winter verliert die Haut zusätzlich Feuchtigkeit. Gleichzeitig verbringen viele Menschen mehr Zeit in beheizten Räumen, wodurch die Haut weiter austrocknet.

Typisch sind dann:

  • juckende Beine
  • trockene Hände
  • schuppige Arme
  • empfindliche Gesichtshaut
  • Spannungsgefühl nach dem Duschen

Viele Betroffene kratzen sich unbewusst ständig, wodurch die Haut zusätzlich gereizt wird.

Die richtige Pflege macht einen Unterschied

Wer unter trockener oder kratziger Haut leidet, kann oft bereits mit kleinen Veränderungen deutliche Verbesserungen erreichen.

Hilfreich sind beispielsweise:

  • kürzer duschen
  • lauwarmes statt heißes Wasser verwenden
  • milde Duschprodukte nutzen
  • die Haut sanft abtrocknen
  • regelmäßig eincremen

Besonders wichtig ist das Eincremen direkt nach dem Duschen. In diesem Moment kann die Haut Feuchtigkeit besonders gut aufnehmen.

Geeignet sind oft Pflegeprodukte mit:

  • Urea
  • Panthenol
  • natürlichen Ölen
  • Glycerin
  • rückfettenden Inhaltsstoffen

Viele Apotheken in Österreich bieten spezielle Pflegeprodukte für empfindliche oder trockene Haut an.

Auch Ernährung und Trinken beeinflussen die Haut

Die Haut reagiert nicht nur auf äußere Pflege, sondern auch auf den allgemeinen Lebensstil. Wer zu wenig trinkt oder sich unausgewogen ernährt, bemerkt dies oft auch am Hautbild.

Wichtig sind unter anderem:

  • ausreichend Wasser
  • gesunde Fette
  • frisches Gemüse
  • Omega-3-Fettsäuren
  • genügend Schlaf

Auch Bewegung an der frischen Luft kann sich positiv auswirken. Spaziergänge, leichtes Training oder Wandern fördern die Durchblutung und unterstützen die Hautregeneration.

Wann man zum Arzt gehen sollte

Trockene Haut ist meist harmlos. Wenn die Beschwerden jedoch stark werden oder lange anhalten, sollte ärztlicher Rat eingeholt werden.

Warnzeichen können sein:

  • starke Rötungen
  • offene Stellen
  • Entzündungen
  • nässende Haut
  • starker Juckreiz

Manchmal stecken Erkrankungen wie Neurodermitis, Allergien oder Stoffwechselprobleme hinter den Beschwerden. Auch bestimmte Medikamente können trockene Haut verstärken.

Gerade Menschen ab 50 sollten Veränderungen der Haut nicht ignorieren.

Weniger ist oft mehr

Viele Menschen glauben, sie würden ihrer Haut mit häufigem Duschen besonders viel Gutes tun. Tatsächlich braucht die Haut oft vor allem eines: Ruhe und Schutz.

Nicht jede kleine Trockenheit muss sofort intensiv behandelt werden. Oft reichen bereits einfache Veränderungen im Alltag, um die Haut spürbar zu entlasten.

Wer lernt, auf die Bedürfnisse seiner Haut zu achten, kann Spannungsgefühle und Juckreiz langfristig deutlich reduzieren.

Fazit

Zu häufiges oder falsches Duschen kann die Haut erheblich belasten – besonders mit zunehmendem Alter. Heißes Wasser, aggressive Duschprodukte und trockene Luft greifen den natürlichen Hautschutz an und führen oft zu trockener, kratziger Haut.

Mit einfachen Maßnahmen wie kürzerem Duschen, milder Pflege und regelmäßigem Eincremen lässt sich die Haut jedoch wirksam unterstützen. Gerade in Österreich, wo kalte Winter und trockene Heizungsluft die Haut zusätzlich beanspruchen, lohnt sich bewusste Hautpflege besonders.

Denn gesunde Haut bedeutet nicht nur ein angenehmes Hautgefühl, sondern trägt wesentlich zum allgemeinen Wohlbefinden bei.

Kim Petri ist Inhaberin und Creative Director der 2003 gegründeten Schminkbar. Mit ihrer Schwester und ihrem Mann führt sie in zweiter Generation mittlerweile sechs Filialen, unter anderem in Luzern, Zürich und Winterthur. Kim Petri verfügt über ein grosses Fachwissen und Know-How im Bereich der Kosmetik, Make-up und Wohlbefinden. Gerne beantwortet sie in ihrer 50PLUS-Kolumne all Ihre Fragen. 

www.schminkbar.ch


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