Job-Ende neu denken: Identität statt Stillstand

Das Job-Ende neu denken ist verbunden mit der Entdeckung und Entfaltung der eigenen Identität. Ein erfülltes Leben ohne Stillstand ist die Devise.
Job-Ende neu denken: Identität statt Stillstand
Zweiter Aufbruch (Bild: iStock)

Identitätsfindung nach der beruflichen Laufbahn

Das Berufsleben absorbiert bei den meisten Menschen den grössten Teil der Lebenszeit. Das gilt nicht nur für die Stunden, die Sie täglich im Job verbringen, sondern auch für die Zeit, die Sie gedanklich damit beschäftigt sind. Mit dem Ende des Berufslebens entsteht zunächst eine deutlich wahrnehmbare Leerstelle.

Während es die einen kaum erwarten können, die gewonnene Freiheit mit neuem Leben und spannenden Erfahrungen zu füllen, fallen viele andere erst einmal in ein Loch und sind stark verunsichert.

Nehmen Sie sich genügend Zeit, um sich mit Ihren Bedürfnissen, Wünschen und Zukunftsvorstellungen auseinanderzusetzen. Wer sind Sie jenseits Ihrer beruflichen Erfahrungen und Zuschreibungen? Wer wollen Sie sein? Was macht Sie persönlich und Ihre Identität aus? 

Es kann hilfreich sein, wenn Sie diese Dinge zu Papier bringen. Schreiben Sie ungefiltert ins Blaue hinein, was Sie beschäftigt angesichts der Möglichkeiten, die Ihnen das Leben - Ihr Leben - bietet. Das Job-Ende neu denken bedeutet vor allem, sich selbst neu zu denken, Potenziale zu erkennen und Visionen zu entwickeln für das, was nun kommt. Dazu gehört auch das Begreifen, dass die nun kommende Zeit keineswegs Stillstand bedeutet, sondern eine Bereicherung darstellt, verbunden mit der Möglichkeit, die Dinge zu erleben, zu denen Ihnen bisher die Zeit und die Möglichkeiten fehlten.

Job-Ende neu denken - aktiv Interessen entwickeln

Es kommt häufig vor, dass Menschen nach dem Berufsende in Stress verfallen. Es gilt, die viele Zeit zu füllen, die nun neu vorhanden ist. Das führt zu vielen halbherzigen aktionistischen Versuchen, sich neue Hobbys zu erschliessen und Unternehmungen zu tätigen, um nicht tatenlos zuhause zu sitzen. Die Beschäftigung mit neuen Inhalten ist absolut sinnvoll, ein Zuviel an Handlung, bei der Sie nicht wahrnehmen können, was Sie wirklich interessiert, ist es hingegen nicht.

Es geht nicht allein darum, die Freizeitgestaltung endlos auszudehnen, als wäre der Ruhestand ein verlängertes Wochenende. Vielmehr steht eine Auseinandersetzung mit Ihren Wünschen und Interessen im Vordergrund. Es ist hilfreich, wenn Sie sich mit den Themen auseinandersetzen, die Sie auch früher schon interessiert haben. Das kann das intensive Erlernen einer neuen Fremdsprache sein, die Aufnahme eines Seniorenstudiengangs oder die Beschäftigung mit Kunst.

Das Job-Ende neu denken umfasst nicht all die vielen Kleinigkeiten, die rund ums Haus und die Betreuung von Enkelkindern anfallen. Es geht vielmehr darum, Neues auszuprobieren, einen Sinn in Ihrer Lebensgestaltung zu finden, der Sie begeistert und mit dem Sie sich gerne für einen längeren Zeitraum beschäftigen. Probieren Sie Dinge aus und bleiben Sie nur dabei, wenn Sie wirklich Gefallen daran finden, andernfalls suchen Sie weiter und nehmen sich für diese Suche genügend Zeit.

Chancen nutzen und Grenzen akzeptieren

Ein Abschluss des Berufslebens erfordert Mut, weil er mit umfassenden Veränderungen verbunden ist. Sie haben letztlich nichts zu verlieren, dafür jedoch viel zu gewinnen. Nutzen Sie die Chance, die Dinge zu tun, für die Sie sich wirklich begeistern. Sie werden dabei zwangsläufig auch mit Grenzen konfrontiert werden. Diese können finanzieller Natur sein, aber auch mentaler oder physischer. Nicht alles, was spannend ist, lässt sich beispielsweise auch finanzieren.

Wenn Sie sich Ihr Leben lang vorgestellt haben, im Ruhestand um die Welt zu reisen, brauchen Sie dafür ein finanzielles Polster. Vielleicht stellen Sie auch fest, dass Sie bei manchen Dingen an Ihre körperlichen Belastungsgrenzen kommen oder unerwartet von eigentlich interessanten Themen emotional überfordert sind.

Die Zeit unmittelbar nach dem Job-Ende ist für eine entspannte Beschäftigung mit Ihren tatsächlichen Chancen und Möglichkeiten da. Sie müssen weder sich selbst noch anderen etwas beweisen. Lassen Sie sich nicht von den vermeintlichen Erwartungen anderer beeindrucken oder beeinflussen.

Es geht allein um Sie und das, was für Sie persönlich relevant ist. Sie haben Lebenserfahrung und Wissen, beides wird Ihnen helfen, das Job-Ende neu zu denken und mit der Zeit das für Sie auszuwählen, was Ihre Identität ausmacht und Ihr weiteres Leben sinnerfüllt macht.

Job-Ende neu denken - Fokus auf einer bewussten Gestaltung des Lebens

Mit dem Wechsel vom Berufsleben in die Zeit der Pensionierung ist auch ein Blick auf die Endlichkeit des Lebens verbunden. Oftmals wird dieser Gedanke beiseitegeschoben, doch er kann Ihnen helfen, sich mit der Gestaltung der nun kommenden Lebensphase aktiv und bewusst auseinanderzusetzen.

Jede Lebenszeit ist begrenzt, davon sollte sich niemand lähmen lassen, sondern vielmehr bewusste Entscheidungen treffen über all das, was möglich und herausfordernd ist.

Nutzen Sie Ihre Ressourcen und machen Sie nach Möglichkeit das Beste aus dem, was vor Ihnen liegt. Treffen Sie Entscheidungen für sich selbst und gestalten Sie Ihr Leben so aktiv und interessant wie möglich. Bleiben Sie dabei wach und neugierig und vor allem offen für die vielen Eindrücke und Begegnungen, die Sie bereichern und voranbringen.


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