Haarausfall bei Frauen: das unterschätzte Thema

Haarausfall bei Frauen kratzt am Selbstvertrauen und macht Angst. Es gibt Wege, die Kopfhaut und den Selbstwert wieder zu stärken.
Haarausfall bei Frauen: das unterschätzte Thema
Hormonell bedingter Haarausfall (Bild: iStock)

Haarausfall bei Frauen - Hilfe für Kopf und Herz

Wenn Haare plötzlich zur Kopfsache werden

Es beginnt oft unscheinbar. Beim Duschen liegt ein kleiner Teppich im Abfluss, die Bürste sieht aus, als hätten Sie einen kleinen Hund ausgekämmt, und auf dem Kopf wirkt der Scheitel ein bisschen breiter als früher. Viele Frauen reagieren zuerst mit Wegschauen, dann mit Schock und irgendwann mit dem Gedanken, dass das jetzt bitte sofort wieder aufhören soll.

Haare sind mehr als Fasern aus Keratin. Sie sind eine Erinnerung an die Jugend, der Ausdruck von Stil, manchmal eine Art Schutzschild. Wenn sie dünner werden, fühlt sich das sehr persönlich an. Haarausfall bei Frauen ist deshalb oft schmerzhafter als bei Männern, weil er so gar nicht in das Bild passt, das wir von Weiblichkeit gelernt haben.

Dazu kommt ein Tabu. Über Falten wird noch gelacht, über Brillen gescherzt, aber über lichte Stellen am Oberkopf reden viele nur im Flüsterton. Genau deswegen ist der erste Schritt so wichtig. Sie sind mit diesem Thema nicht allein und Sie müssen sich nicht schämen.

Haarausfall bei Frauen verstehen

Damit aus Panik wieder Orientierung werden kann, lohnt ein Blick auf mögliche Ursachen. Nicht jeder Haarverlust bedeutet eine schwere Krankheit, aber er ist immer ein Signal, das ernst genommen werden darf. Häufige Gründe sind zum Beispiel:

  • hormonelle Veränderungen rund um die Wechseljahre, Schilddrüse oder nach Schwangerschaften
  • Nährstoffmängel, etwa bei Eisen, Zink oder Vitamin D
  • Stress und seelische Belastungen, die den Körper in Alarmbereitschaft halten
  • bestimmte Medikamente oder Erkrankungen, die das Haarwachstum beeinflussen
  • erbliche Veranlagung, die sich erst in der Lebensmitte bemerkbar macht

Ein guter Anfang ist der Besuch bei Hausarzt, Gynäkologin oder Hautarzt. Blutwerte, ein Blick auf Schilddrüse, Hormonlage und Nährstoffe helfen, die Richtung zu klären. Je früher professionelle Hilfe im Spiel ist, desto besser lassen sich Entwicklungen begleiten.

Wichtig ist auch, zwischen vorübergehendem Haarverlust und dauerhaften Veränderungen zu unterscheiden. Nach heftigen Infekten, Operationen oder extremen Diäten kann das Haar einige Monate später ausfallen und sich dann langsam wieder erholen. Das ist belastend, aber nicht hoffnungslos.

Was Ihr Körper Ihnen sagen will

Haare sind so etwas wie ein Stimmungsspiegel des Körpers. Wenn innerlich Dauerstress herrscht, schaltet der Organismus gern zuerst Dinge ab, die nicht überlebenswichtig sind. Dazu gehören leider auch volle Haarmähnen. Wer jahrelang funktioniert, wenig schläft, ständig für andere da ist und eigene Bedürfnisse weit nach hinten stellt, bekommt diese Rechnung manchmal in Form von dünner werdendem Haar.

Achtsam wird es in dem Moment, in dem Sie merken, dass Sie nicht nur das Haar, sondern auch sich selbst verlieren. Vielleicht haben Sie lange nicht mehr etwas nur für sich getan. Vielleicht fühlen Sie sich im eigenen Körper fremd. Dann geht es nicht nur um Shampoo oder Tinktur, sondern auch um Lebensrhythmus, Selbstfürsorge und Grenzen.

Ungewöhnlich, aber hilfreich kann ein kleines Haar-Tagebuch sein. Notieren Sie, wann der Haarausfall stärker wirkt, wie es Ihnen an diesen Tagen körperlich und seelisch geht, was Sie gegessen haben, wie Sie geschlafen haben. So erkennen Sie Zusammenhänge, die im Alltag sonst untergehen.

Haarausfall bei Frauen, was wirklich helfen kann

Es gibt nicht die eine magische Lösung, aber es gibt viele Bausteine, die Sie kombinieren können. Medizinische Behandlungen wie spezielle Lösungen zum Auftragen, Tabletten gegen Mangelzustände oder moderne Verfahren beim Hautarzt können sinnvoll sein. Wichtig ist, seriöse Angebote zu wählen und sich nicht von grossen Versprechen ohne Nachweis blenden zu lassen.

Daneben gibt es einiges, was Sie selbst beeinflussen können:

  • sanfte Pflege statt Dauerbelastung durch heisse Föhnhitze und strenge Zöpfe
  • ausgewogene Ernährung mit genügend Eiweiss, guten Fetten und Vitalstoffen
  • regelmässige Kopfhautmassagen mit den Fingerspitzen oder einer weichen Bürste
  • kurze, regelmässige Entspannungsinseln im Alltag, damit der Körper aus dem Alarmmodus kommt

Styling-Tipps: Vereinbaren Sie beim Coiffeur einen Termin, bei dem es ums Ausprobieren geht. Verschiedene Frisuren, Volumen-Tricks, vielleicht ein Pony oder eine neue Haarfarbe. Manchmal entsteht ein Look, der mit weniger Haar besser aussieht als die alte Frisur mit mehr. Auch Accessoires dürfen Freude machen.

Hüte, Tücher, Haarbänder oder Kappen sind keine Tarnung, sondern können zu modischen Lieblingsteilen werden. Ein schöner Hut, bewusst ausgewählt, verändert die Haltung und manchmal auch die Stimmung.

Freundlicher mit Spiegel und Seele umgehen

So wichtig die Ursachen und Behandlungen sind, so sehr braucht dieses Thema eine Portion Herzenswärme. Haarausfall bei Frauen kratzt oft am Selbstwert. Da hilft es wenig, sich innerlich streng zu kommentieren. Versuchen Sie, vor dem Spiegel nicht nur die lichteren Stellen zu sehen, sondern das ganze Gesicht. Ihre Augen, Ihre Mimik, Ihre Geschichte.

Sie sind mehr als Ihr Haar. Sprechen Sie mit vertrauten Menschen darüber, wie es Ihnen damit geht. Viele sind überrascht, wie viele in ihrem Umfeld ähnliche Erfahrungen machen.

Wenn der Leidensdruck sehr gross wird, kann eine psychologische Beratung oder eine Selbsthilfegruppe entlasten. Nicht, weil das Problem eingebildet ist, sondern weil die Seele Unterstützung verdient. Erlauben Sie sich, dieses Thema Schritt für Schritt anzugehen. Medizinische Abklärung, kleine Alltagsanpassungen, vielleicht neue Frisurideen, etwas Humor und viel Freundlichkeit mit sich selbst.

Haarausfall bei Frauen bleibt ein sensibles Thema, aber es muss kein einsames sein. Sie dürfen sichtbarer werden mit dem, was Sie bewegt, und entdecken, dass Ihre Ausstrahlung aus viel mehr besteht als aus der Anzahl Haare auf Ihrem Kopf.


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