Tipps für die Generation 50plus

Senioren sind auf sozialen Netwerken aktive.
Senioren sind auf sozialen Netwerken aktive. - (Bild: adobe.stock / blvdone - 433459993)
Für die jüngeren Generationen sind sie kaum noch wegzudenken, aber auch für die älteren Generationen spielen sie eine zunehmend wichtige Rolle.

Soziale Netzwerke bieten vielfältige Möglichkeiten, bergen aber auch Risiken. Folgende Tipps helfen Ihnen daher beim richtigen Umgang mit Facebook, Instagram & Co.

In kaum einem Lebensbereich werden die Unterschiede zwischen den Generationen so deutlich wie bei den sozialen Medien. Viele jüngere Menschen aus den Generationen Y und Z haben jederzeit ihr Smartphone zur Hand, chatten mit Freunden über Apps oder teilen ihr Leben öffentlich in sozialen Netzwerken. Klassisches Telefonieren oder gar das Schreiben von Briefen ist hingegen aus der Mode gekommen. Sogar E-Mails haben an Bedeutung verloren, zumindest im privaten Umfeld. Demgegenüber wissen viele Vertreter der Generationen 50plus noch nicht einmal, wie eine E-Mail verschickt wird oder wie ein Smartphone funktioniert. Zwar lässt sich auch diesbezüglich langsam ein Wandel beobachten, doch soziale Netzwerke spielten für die älteren Menschen in Österreich lange Zeit trotzdem eine untergeordnete Rolle.

Ein langsamer, aber stetiger Wandel

Mittlerweile sind jedoch auch Menschen über 50 zunehmend im Umgang mit den digitalen Medien versiert. Sie haben schließlich jahrelang damit gearbeitet oder besitzen eigene Smartphones. Je jünger eine Person, desto mehr kennt und nutzt sie die technologischen Möglichkeiten in der Regel. Schließlich sind das Internet, das Smartphone oder die sozialen Netzwerke längst keine neue Erfindung mehr. Zudem lässt sich der Alterungsprozess bekanntlich nicht aufhalten und auch die „Digital Natives“ werden eines Tages Senioren sein. Schon jetzt zeichnet sich dieser Wandel in den Statistiken ab: Während im Jahr 2011 erst rund 40 Prozent der Menschen zwischen 50 und 64 Jahren soziale Netzwerke nutzten, sind es mittlerweile 68 Prozent – Tendenz steigend. Interessant ist dabei ein Blick auf die Frage, wofür die älteren Generationen diese verwenden?

Nutzungsgewohnheiten der älteren „User“

Die jüngeren Generationen sind stets auf dem neuesten Stand, wenn es um soziale Netzwerke geht. Welche Plattformen gerade angesagt sind, welche neuen Funktionen es gibt, welche Influencer besonders wichtig sind – all diese Fragen können die meisten „Digital Natives“ problemlos beantworten. Bei älteren Nutzern ist das oftmals nicht der Fall. Sie wechseln seltener die Plattformen und haben bei der Nutzung einen anderen Fokus. Es gibt also durchaus Unterschiede zwischen den Generationen, wenn es um die Frage geht, wie und wofür die sozialen Netzwerke genutzt werden.

  • Für die sogenannten „Silver Surfer“ steht vor allem der Kontakt zur Familie im Vordergrund, wofür am häufigsten die Plattform Facebook genutzt wird, die wiederum für jüngere Generationen mittlerweile nur noch eine untergeordnete Rolle spielt. Soziale Netzwerke stellen somit ein digitales Hilfsmittel gegen Einsamkeit dar, unter der viele Senioren in Österreich leiden. Ältere Menschen versprechen sich durch Social Media also mit jüngeren Familienmitgliedern in Kontakt zu bleiben.
  • Um dieser Einsamkeit entgegenzuwirken, werden soziale Medien von älteren Usern auch gerne genutzt, um neue Kontakte zu Gleichaltrigen zu knüpfen. Dabei kann es sich um potenzielle Partner handeln, aber auch schlichtweg um Freunde mit denselben Interessen. Vor allem der Special-Interest-Bereich verzeichnet deshalb immer mehr Nutzer 50plus, während bewährte Medien wie Zeitungen und Magazine an Bedeutung verlieren.
  • Gleichzeitig stellen die sozialen Netzwerke eine zunehmend beliebte Informationsquelle dar. Dafür wiederum wird Twitter gerne genutzt, auch wenn die „Silver Surfer“ hier noch eher eine Seltenheit sind. Wenn sie jedoch auf Twitter sind, nutzen sie die Plattform meist eher passiv als aktiv.

Es gibt zudem noch einen weiteren Unterschied zu den jüngeren Generationen: Die Nutzer über 50 sprechen weniger auf Werbung in den sozialen Median an, sprich nur wenige von ihnen kaufen ein Produkt aufgrund von Werbung auf Facebook & Co. Obwohl das Online-Shopping für sie ebenfalls an Bedeutung gewinnt, sind sie für Social-Media-Plattformen also keine lukrative Zielgruppe. Das mag mit ein Grund sein, weshalb es für Generationen 50plus bislang nur wenige Angebote wie eigene soziale Netzwerke gibt. Doch mit der Nachfrage wird langfristig auch dieses Angebot steigen.

Tipps für die aktive Social-Media-Nutzung

Obwohl die Kontaktaufnahme und -pflege mit großer Wahrscheinlichkeit auch für Sie im Vordergrund steht, wenn Sie bereits soziale Medien nutzen, muss es nicht dabei bleiben. Was ältere von jüngeren Generationen nämlich abkupfern können, sind die vielfältigen Nutzungsmöglichkeiten solcher Plattformen. Gerade, weil es für „Silver Surfer“ bislang nur ein begrenztes Angebot gibt, sind neue Herangehensweisen besonders gefragt und erfolgversprechend. Aber selbst, wenn Sie nicht zu einem der wenigen älteren Influencer werden wollen, lohnt sich die aktive Nutzung der sozialen Netzwerke. So können Sie nicht nur verfolgen, was Ihre Familienmitglieder oder Freunde machen, sondern diese auch über Ihr eigenes Leben auf dem Laufenden halten. Mit ansprechenden Inhalten sorgen Sie dafür, dass Bekannte und Unbekannte mit Ihnen in Kontakt treten, beispielsweise über „Likes“ oder Kommentare, und haben somit noch mehr Spaß an der Social-Media-Nutzung. Hier daher einige Tipps, wie Sie das Meiste aus Ihrem Account bei Facebook, Instagram oder anderen Plattformen herausholen können:

  • Suchen Sie nicht nur nach Accounts von Angehörigen, Freunden oder Bekannten, sondern gezielt auch nach Inhalten, die Sie interessieren. Dabei kann es sich um Influencer zu einem bestimmten Thema handeln, um Marken, von denen Sie gerne kaufen, oder um Ärzte & Co, die ihr Wissen auf Social Media teilen. Richtig genutzt, helfen die Plattformen Ihnen also dabei, stets auf dem aktuellsten Stand zu bleiben oder Ihr Wissen sogar zu erweitern.
  • Für Sie interessante Beiträge können und sollten Sie aktiv unterstützen, indem Sie ihnen beispielsweise einen „Like“ oder einen Kommentar hinterlassen. So suggerieren Sie der jeweiligen Person, dass diese Inhalte interessant sind und motivieren sie, weitere Inhalte dieser Form zu produzieren. Es entsteht sozusagen eine Win-Win-Situation.
  • Tauschen Sie sich aktiv mit anderen Nutzern aus, auch mit Fremden, indem Sie sich beispielsweise an Diskussionen in den Kommentaren beteiligen oder private Nachrichten verschicken. Immer wieder entstehen dadurch neue Freundschaften, ohne dass Sie gezielt danach gesucht haben. Zudem handelt es sich um einen spaßigen Zeitvertreib, sofern der Austausch respektvoll stattfindet. Ansonsten können und sollten Sie die Konversation jederzeit beenden.
  • Veröffentlichen Sie eigene Inhalte in Ihrem Profil, sei es öffentlich oder nur für Ihre Kontakte. Dabei kann es sich um fachliche Inhalte handeln, in denen Sie Ihr Wissen zu einem Thema preisgeben. Sie können aber auch fremde Inhalte teilen oder eigene Fotos erstellen und bearbeiten. Dafür können Sie sich mit einem Programm Ihrer Wahl vertraut machen, denn etwas Neues zu lernen, ist vor allem mit steigendem Lebensalter wichtig – und dadurch eröffnen sich auf den sozialen Medien für Sie ganz neue Möglichkeiten.

Sie können also zum Beispiel einen eigenen Blog zu einem Thema kreieren, Ihre Familienmitglieder an Ihrem Urlaub teilhaben lassen oder neues Wissen erwerben – und damit sind die Möglichkeiten, die soziale Netzwerke Ihnen bieten, noch längst nicht ausgeschöpft. Sie sind für „Silver Surfer“ daher eine tolle Möglichkeit zur Kontaktaufnahme und -pflege, doch können Sie von der aktiven Nutzung noch in vielerlei weiterer Hinsicht profitieren.

Sicher unterwegs in sozialen Netzwerken

Wie eingangs erwähnt, birgt Social Media aber nicht nur Chancen, sondern auch Risiken. Vor allem Menschen, die bislang keine oder nur wenig Erfahrung mit sozialen Netzwerken haben, sollten sich deshalb über grundlegende Verhaltensregeln für deren sichere Nutzung informieren. Wichtig ist dabei, eine grundlegende Skepsis gegenüber anderen Usern und ihren Inhalten zu bewahren. Nicht alles, was auf Social Media veröffentlicht wird, entspricht der Wahrheit und nicht jeder ist Ihnen wohlgesonnen. Achten Sie daher auf die richtigen Datenschutzeinstellungen und auf sichere Passwörter. Überlegen Sie sorgfältig, was Sie veröffentlichen und wann – denn was einmal im Internet ist, kann nie wieder vollständig entfernt werden. Auch dürfen Sie niemals sensible Daten preisgeben wie Bankverbindungen oder Ihre Adresse. Zuletzt ist es wichtig, dass Sie alle Personen, die mit Ihnen in Kontakt treten, überprüfen. Betrüger geben sich beispielsweise mit Fake-Profilen als Angehörige von Ihnen aus und bitten um Geld. Rufen Sie die betreffenden Angehörigen in solchen Fällen an, um die Situation zu klären. Spätestens, wenn es um Geld geht, sollten also Ihre Alarmglocken läuten. Ebenso müssen Sie vorsichtig sein, mit wem Sie sich persönlich treffen. Wenn Sie aber diese Tipps berücksichtigen, können Sie durchaus sicher in sozialen Medien unterwegs sein und ihre Möglichkeiten voll ausnutzen. Viel Spaß!