Strandkorb im Garten – Urlaubsfeeling vor dem Haus

Der Strandkorb im Garten bietet Ruhe und Entspannung!
Der Strandkorb im Garten bietet Ruhe und Entspannung! - (Bild von Kalle H. auf Pixabay)
An der deutschen Nord- und Ostseeküste gehört der Strandkorb zum Inventar. Er schützt vor dem rauen Meereswind und dem damit verbundenen Sandflug.

Gleichzeitig behütet ein Strandkorb die Insassen vor einem üblen Sonnenbrand und lässt sie einen Regenschauer trockenen Fußes überstehen.

Inzwischen haben auch die Bewohner küstenferner Regionen den Charme des robusten und komfortablen Möbelstücks erkannt. Strandkörbe für Zuhause sorgen für einen trendigen Farbtupfer im Garten und holen die Meeresbrandung vor die Haustür. Gleichzeitig verlängern sie die Freiluftsaison jedes Jahr um einige Wochen. In vielen Fällen ersetzt der Strandkorb sogar eine teure Ferienreise.

Der Strandkorb – eine Erfolgsgeschichte

Dabei war die Erfindung des Strandkorbs eher ein Zufallsprodukt. Als Erschaffer gilt der Rostocker Hof-Korbmachermeister Wilhelm Bartelmann (1845-1930). Er erhielt im Frühjahr 1882 von einer rheumageplagten Dame den Auftrag, eine schützende Sitzgelegenheit für ihren jährlichen Strandaufenthalt in Warnemünde zu entwerfen. Der Meister baute daraufhin aus Weiden- und Rohrgeflecht einen Einsitzer, den er mit einer Markise ausstattete. Dieser Urtyp erregte an den Stränden Aufsehen, sodass es rasch zu Nachfolgeaufträgen kam. Bartelmann entwickelte später einen Zweisitzer, den er mit weiteren Details wie Fußstützen und Seitentischen versah. Alle heutigen Strandkörbe sind diesem Prototyp nachempfunden.

Nachdem Bartelmanns Ehefrau einen ersten Strandkorbverleih in der Nähe des Leuchtturms von Warnemünde eröffnete, war ein neues Geschäftsmodell geboren. Rasch ließ die pfiffige Erfindergattin entlang der Nord- und Ostsee weitere Vermietungen folgen. Bis Ende des 19. Jahrhunderts hatte der Strandkorb die deutschen Küsten erobert. Heute stehen nach verlässlichen Schätzungen um die 70.000 Strandkörbe an den Stränden zwischen Flensburg und Usedom.

Der Strandkorb erobert die Welt

Inzwischen erfreuen sich Strandkörbe einer großen Fangemeinde. Sie werden nach Mittel- und Nordamerika exportiert und finden Abnehmer in Australien und Neuseeland. Innerhalb Europas sind es vor allem Deutsche, Dänen, Niederländer, Schweizer und Österreicher, die sich den praktischen Allrounder in den Garten, auf die Veranda oder in den Wintergarten stellen.

Strandkorbmodelle

Strandkörbe für den Garten gibt es als günstige Einsteigermodelle sowie in der robusten Profi-Ausführung. Auch Luxus- und XXL-Modelle sind erhältlich. Vom Design her wird zwischen dem kantigen Nordsee- und dem geschwungenen Ostseemodell unterschieden.

Zudem sind Strandkörbe als Halblieger oder Volllieger auf dem Markt. Wer ein begrenztes Platzangebot hat, entscheidet sich für einen Halblieger. Bei diesen Modellen kann die Rückenlehne um 50 Grad abgesenkt werden, wodurch sich der Komfort verbessert. Beim Volllieger kann das Rückenteil um 90 Grad zurückgeklappt werden. Es entsteht eine horizontale Liegefläche, die zum Mittagsschlaf einlädt oder im Wintergarten als provisorisches Gästebett genutzt werden kann.

Der richtige Stellplatz

Der Standort sollte so gewählt werden, dass der Strandkorb trockenen Fußes bleibt. Im Gegensatz zum Strand ist Sand als Untergrund im Garten nicht zu empfehlen. An der Küste fließt Wasser schnell ab und der Sand trocknet während einiger Minuten. Im Garten dagegen sammelt sich die Feuchtigkeit. Unkrautbewuchs und Schimmelbefall in Verbindung mit Fäulnis sind die Folgen. Außerdem nutzen Hunde und Katzen die Sandfläche gerne, um ihre Notdurft zu verrichten.

In heimischen Gefilden lohnt sich daher der Aufbau eines kleinen, flachen Podests. Dieser kann aus Backsteinen oder Ziegeln bestehen, am geeignetsten sind jedoch Holzdielen. Auf diesen läuft Regenwasser schnell ab. Durch den erhöhten Standort wird der untere Teil des Strandkorbs darüber hinaus ausreichend belüftet. Schmutz, Spritzwasser und Staunässe können dem guten Stück auf Dauer nichts anhaben.

Die Pflege eines Strandkorbs

Die Pflege des Strandkorbs hängt von den Materialeigenschaften ab. Dort, wo Kunststoff verbaut ist, reicht in der Regel ein regelmäßiges Abwischen mit einer herkömmlichen Seifenlauge aus. Bei hochwertigen Strandkörben besteht das Material des Gerüsts meist aus Holz. Dann empfiehlt sich einmal jährlich der Auftrag eines natürlichen Hartholzöls.

Die Sitzbezüge und Kissen können in der Maschine gewaschen werden. Bei manchen Modellen sind die Sitze mit einem abwaschbaren Kunststoff überzogen, der einfach nach Bedarf abgewischt wird. Vor Beginn der kalten Jahreszeit wird der Strandkorb gründlich gereinigt und mit einer Plane bedeckt, welche die meisten Hersteller im Angebot haben. Wer einen Schuppen für Gartenmöbel besitzt, stellt den Strandkorb im Winter dort unter.